AllgemeinAndere Branchen | MoreMore | deutschPfullinger Journal

10 Jahre Zeit für Menschen – Pfullinger Stiftung feiert Jubiläum

(SH) Ein großes Jubiläumsfest mit vielen Gästen und Begegnungen – so hatte es der Sprecherkreis der Pfullinger Stiftung „Zeit für Menschen“ für Oktober 2020 geplant. Doch leider musste die Feier wegen Corona abgesagt werden. Ein großes Fest wäre auch ein würdiger Abschied für Cornelia Schad und Hartmut Seeger, gewesen die sich nach zehn Jahren ehrenamtlicher Arbeit aus dem Sprecherkreis der Stiftung zurückziehen. Zehn Jahre, in denen die Stiftung viel erreicht hat.

 

Engagement für Gemeinwohl und Menschenwürde

Im November 2010 wurde die Stiftung als Tochter der Nürtinger Dachstiftung gegründet. Der Initiatorenkreis konnte 47 Bürger*innen, Unternehmen und Gruppen aus der Stadt Pfullingen als Gründungsstifter gewinnen. Ziel war und ist es bis heute, vor allem ehrenamtliches Engagement zu unterstützen. Um dies zu verwirklichen, setzt die Stiftung Geld in Zeit um, in Zeit für Menschen. Ursprünglicher Schwerpunkt war die Förderung von Projekten in den Samariterstiften, so sollte mehr Lebensqualität für alte und kranke Menschen ermöglicht werden. Das Engagement des Pfullinger Sprecherkreises ging jedoch schnell über den Bereich der Samariterstifte hinaus, die Öffnung zum Sozialraum der Kommune war den Ehrenamtlichen von Beginn an ein großes Anliegen. 2012 wurde der erste Schritt dahingehend getan mit der Förderung eines Projekts der Diakonie-Sozialstation zur Schulung Ehrenamtlicher für den Besuchsdienst älterer Menschen im häuslichen Bereich. „Tun Sie auch was für kleine Menschen?“ lautete 2014 die Frage einer Erzieherin an die Stiftung. Dies war der Beginn der Unterstützung für Sprachförderung in Kindertagesstätten und mit ihr die Öffnung in weitere Bereiche. Heute unterstützt die Stiftung gleichermaßen Projekte zugunsten aller Altersklassen: benachteiligte Kinder und Jugendliche, Ältere, Hochbetagte, kranke und behinderte Menschen werden ebenso berücksichtigt wie nachbarschaftliches Engagement.

Den Blick öffnen für die Notwendigkeiten in der Gesellschaft

Die Öffnung in neue Bereiche war anfangs nicht einfach, erinnert sich Cornelia Schad. Mit der Idee, auch außerhalb der Samariterstifte und in anderen Altersgruppen tätig zu werden, stieß der Pfullinger Sprecherkreis zunächst auf Widerstand, setzte sich aber, honoriert durch die Pfullinger Stifter, durch und wurde so zum Vorbild für Stiftungen in anderen Städten, die dem Pfullinger Beispiel folgten. „Durch die Öffnung in den sozialen Raum der Stadt sind wir schnell bekannt geworden und konnten mehr Spenden generieren, die wiederum zielgerichtet von gemeinnützigen Organisationen eingesetzt wurden. Der Bedarf ist immer noch groß, man muss nur den Blick öffnen für die Notwendigkeiten in der Gesellschaft“, betont Cornelia Schad. Beim Blick auf die sozialen Probleme der Stadt sei für sie besonders erschreckend gewesen, wie viele Kinder es gebe, die sich kein Mittagessen leisten könnten, die nicht betreut und schlecht ernährt seien.

Teilhabe lautet das Zauberwort

Die Aktivitäten der Stiftung sind zahlreich und sehr unterschiedlich. „Es gibt viele fortlaufende Projekte, aber es kommt auch immer Neues dazu. Sobald Not am Mann ist, sind wir da“, erklärt Hartmut Seeger. Zur langen Liste der Aktivitäten zählen beispielsweise: Sprachförderung, Mittagessen für bedürftige Kinder, Zirkus-AG, Clowns im Dienst, Bewegung im Park, Plaudertisch, Stammtisch, White Dinner, Schulung der Bürgerbus-Fahrer und vieles mehr. Eines haben die geförderten Aktivitäten immer gemeinsam: sozial benachteiligten Menschen soll die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden, denn „nichts ist schlimmer als Ausgrenzung“ sind sich Schad und Seeger einig. Beide blicken stolz und erfüllt auf zehn Jahre Engagement im Sprecherkreis zurück. Ein Lieblingsprojekt wollen sie nicht ausmachen, am Schönsten sei es gewesen, die Freude der Menschen zu sehen, meint Hartmut Seeger. Und Conni Schad resümiert: „es war eine unglaublich wertvolle Zeit, wir haben Einblicke in alle Farbnuancen der Gesellschaft bekommen und konnten helfend eingreifen. Es gab viele gute Begegnungen, die Arbeit in der Stiftung ist sehr befriedigend durch den sichtbaren Erfolg.“

Wie Seeger und Schad zieht sich auch Harri Jubke aus dem Sprecherkreis zurück. Den Vorsitz übernimmt Harry Pokk, weitere Mitglieder des Kreises sind Dr. Klaus Adam, Barbara Müller und Martina Roth. Gemeinnützige Vereine und Organisationen aus Pfullingen können bei der Stiftung Fördermittel beantragen. Umgekehrt sind Geldspenden, Zeitspenden und Stiftungseinlagen willkommen.

Previous post

Simon Kessler & Vincenzo Gerardi Trail Runner Tagebuch - Neuer Nachtrag

Next post

capito Stuttgart - Umsetzung von Barrierefreiheit