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Neuer Naturkindergarten in Pfullingen startet im Herbst

(SH) Sie werden immer beliebter und in vielen Gemeinden gibt es sie schon, die alternativen Kindergartenformen. Alternativ bedeutet in diesem Fall: draußen statt drinnen. Fast jede Gemeinde hat inzwischen einen Wald- oder Naturkindergarten. In Pfullingen soll es ab Herbst sogar Beides geben. Warum gleich zwei Outdoor-Kindergärten in einer Stadt?

Die lange Warteliste des Waldkindergartens zeigt, dass immer mehr Eltern einen Outdoor-Kindergarten favorisieren. Hinzu kommt, dass in Pfullingen ab dem kommenden Kindergartenjahr jede Menge Betreuungsplätze fehlen. Schnelles Handeln ist also gefragt. Diesem Bedarf wollte Wolfgang Keuper nachkommen und hat deshalb bei der Stadt ein Konzept für einen Naturkindergarten vorgelegt. Die Idee entstand im April 2021, der Trägerverein „Naturkindergarten Urschel e.V.“ wurde im Mai gegründet, Ende Juni wurde dem Konzept im Gemeinderat zugestimmt, am vierten Oktober soll es nun losgehen. Ein sehr ambitionierter Zeitplan, das weiß auch Wolfgang Keuper. Der Geschäftsführer des Naturkindergarten-Vereins bringt ausreichende Erfahrung mit, seit fünfzehn Jahren ist er für verschiedene Elternvereine tätig und übernimmt administrative Aufgaben für Trägervereine von Kitas, Kindergärten und Schulen. Dank der sehr guten Zusammenarbeit mit der Stadt ist Keuper zuversichtlich, dass der Naturkindergartenbetrieb tatsächlich im Herbst starten kann.

Naturpädagogisches Konzept darf sich entwickeln

Die ursprüngliche Idee Keupers war es, seine eigenen Obstwiese am Fuße des Ursulaberges für einen Streuobst-Naturkindergarten zur Verfügung zu stellen, denn „ein Naturkindergarten gehört in die Natur und nicht direkt an den Stadtrand“, so seine Überzeugung. Dieser Plan konnte nicht verwirklicht werden, da das eigene Grundstück im Naturschutzgebiet liegt und deshalb keine baulichen Maßnahmen umgesetzt werden dürfen, die wiederum Vorschrift für die Inbetriebnahme eines Kindergartens sind. Gemeinsam mit der städtischen Bauaufsicht und der Naturschutzbehörde einigte man sich dann doch auf ein am Stadtrand gelegenes Grundstück, auch am Fuße des Ursulabergs, aber eben nicht im Naturschutzgebiet. In nächster Nähe zum Häglen-Spielplatz wird es zwei Kindergartengruppen à 20 Kinder von drei bis sechs Jahren geben mit jeweils drei Erzieher*innen. Als Schutzunterkünfte werden zwei große komfortable Bauwagen aufgestellt, darüber hinaus wird es Toilettenhäuschen mit Komposttoiletten geben. Den Spielplatz, die angrenzende schattige Wiese und vier weitere Plätze in direkter Umgebung darf der neue Kindergarten nutzen. „Für uns ist das nur eine Wiese, für die Kinder ist das viel mehr. Schon beim Infotag war es spannend zu sehen, was die Kinder auf einer Wiese alles entdecken“, betont Keuper. Damit der Start für die Kleinsten gut gelingt, werden die Dreijährigen schon im September an drei Tagen pro Woche eingewöhnt. Die erste Gruppe startet im Oktober 2021, die zweite soll im April 2022 folgen. Auf der Bauwagenwiese sollen noch Hecken und Obstbäume gepflanzt werden. So klappt es letztlich doch noch mit dem Streuobst-Kindergarten. Wie die Bäume, so muss aber auch der Kindergarten erst einmal wachsen. Wie genau dieser sich entwickelt, hängt sowohl von den natürlichen Gegebenheiten ab, als auch vom Engagement der Eltern und der Erzieher*innen, welche das naturpädagogische Konzept stetig weiterentwickeln sollen.

Positiver Austausch zwischen den Kindergärten

Neben den beiden Outdoor-Kindergärten wird es in Pfullingen in naher Zukunft einen weiteren alternativen Kindergarten geben: Der Sportkindergarten des VfL Pfullingen will im Jahr 2023 seine Pforten öffnen. Dass dieser in nächster Nähe zum neuen Naturkindergarten entsteht, sieht Keuper nicht als Nachteil. Ebenso wichtig ist ihm, dass keine Konkurrenz zum seit 23 Jahren bestehenden Waldkindergarten im Tannenwald entsteht: „Es ist gut, dass es verschiedene Angebotsformen der Betreuung gibt. Wir sitzen alle in einem Boot, wir wollen alle gute Betreuung für Kinder anbieten, dabei ist ein gegenseitiger Austausch und Kooperation wichtig. Wir wünschen uns gegenseitig nur das Beste.“

Informationen und Anmeldungen unter: info@keuper-vereinsverwaltungen.de.

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