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Simon Kessler Trail Runner Tagebuch – Neuer Nachtrag

Blog-Tagebuch Trail-Runner Simon Kessler- Wie ich mich LAUFEND weiterentwickle

Simon Kessler. Passionierter Sportler, Trail-Runner und Extremläufer in der Region Reutlingen, berichtet für die Barfußinitiative Reutlingen über seine Gedanken, Erfahrungen und Weiterentwicklung auf sportlicher, geistiger sowie gesundheitlicher Ebene. Wir sind gespannt auf jeden neuen Eintrag.


Juli 2018

 

 

 

 

 

 

Der Juni hat mich viel Kraft und Energie gekostet. Ich versuche mich mittlerweile zusätzlich zum Lauftraining auch mental zu stärken. Aber was bedeutet das? Die meisten Läufer haben für sich ein Mantra entwickelt. So auch ich. Ich versuche mich beim Laufen voll auf mein Mantra zu konzentrieren (nein, das wird nicht verraten) und alle negativen Gedanken beiseite zu schieben. Dies wird für mich auch am 08.07.2018 ganz wichtig. Hier starte ich für das Team von Andreas Baumgärtner beim ermstal Halbmarathon. Ich bin wirklich heiß auf den Lauf. Nach einer relativ kurzen Nacht und sehr wenig Schlaf stehe ich nun an der Startlinie. Das Wetter verheißt nichts gutes. Es soll warm werden. Extrem warm. Aber das ist wieder so eine Herrausforderung, die ich liebe. Der Körper muss regelmäßig an extreme Situationen gewöhnt werden. Ich habe den Ehrgeiz, meine Grenzen zu verschieben. Ich will wissen, was ist alles möglich. Ich stehe in der Startaufstellung leider etwas zu weit hinten. Es gibt keine Startblöcke. Somit muss ich die ersten 3 km viel überholen. Dies kostet enorm viel Kraft und man findet sein Tempo noch nicht. Für mich ist die Tempofindung extrem wichtig. Ab diesem Moment kann ich mein Mantra starten. Aber nach den 3 km geht es los. Die Beine kommen ins Rollen, ich finde mein Tempo. Leider ist es mir nicht ganz möglich, Vollgas zu geben. Der Körper sträubt sich gegen die Hitze. Ich versorge mich bei jeder Wasserstation mit nassen Schwämmen und versuche die Körpertemperatur zu senken. Nach 1:38 komme ich in Metzingen wieder an. Ich bin Game Over. So wie hier, hat mich noch kein Wettkampf gefordert. Aber das schöne an der Läuferszene: man wird von allen im Ziel gefeiert und wird sofort mit kühlen Getränken und Eiswürfeln versorgt. Ich laufe mittlerweile immer und überall. Die Vivos begleiten mich auf Schritt und Tritt.

Mitte Juli begebe ich mich für ein paar Tage nach Österreich, um in den Bergen ein paar Trails zu laufen. Was trotz dem vielen Training nicht zu kurz kommen darf, sind die Regenerationstage. Ich versuche regelmäßig Pausen einzulegen. Ich rolle viel auf der Blackroll, gehe viel in die Sauna, mach ab und zu ein Bad im Eiswasser. Am 28.07. starte ich zusammen mit Andreas beim Red Bull 400 in Tittisee Neustadt. Hier geht es darum, die Skischanze zu erklimmen. Es sind 138 Höhenmeter auf 400 Meter verteilt. 400 Meter? Die könenn verdammt lang sein. Es wird einem erst an der Schanze bewusst, wie steil das wirklich ist. Ich starte und auf den ersten 75 Metern geht es tatsächlich leicht nach unten. Und auf einmal ist man direkt im Berg. Man wird wie von einem Hammerschlag ausgebremst. Nach 200 Metern ist man auf allen Vieren und versucht die Steigung von knapp 40% zu schaffen. Oben angekommen, war es eine Nahtoderfahrung. Blutgeschmack im Mund, die Beine wollen nicht mehr. Geschweige denn der Kreislauf. Hier breche ich auch – das erste mal in diesem Jahr – mein „Zuckerfasten“ . Mein Kreislauf ist so im Eimer, dass ich mir ein Red Bull gönne. Unten wieder angekommen, stellt sich heraus, dass ich gar nicht so schlecht war und im Halbfinale nochmals angreifen darf. Ich habe jeden der Läufe in 6.30 geschafft. Aber nach dem Halbfinale war dann auch Schluss. Hier hat meine Leistung nicht für das Finale gereicht. Für mich im Nachgang eine wirklich krasse Erfahrung. Aber dank meinen Vivos hatte ich an der Schanze sehr guten Grip.

 

Juni 2018

Es geht jetzt auf die Zielgerade von meinem ersten offiziellen Halbmarathon. Hier starte ich für Sabine in Stuttgart. Am 24.06 ist es soweit. Am Anfang komme ich nicht so gut durch die Menschenmasse. Ich muss viel überholen. Aber mein Ziel ist es unter 1:40 zu kommen. Also hänge ich mich an den Pacemaker 1:39. Leider merke ich relativ schnell, dass mir dieses Tempo an diesem Tag zu wenig ist. Die Beine fühlen sich gut. Also schnell weiter und los geht die Suche nach dem Pacemaker 1:34. Hier ist das Tempo sehr gut. Ich kann das Tempo bis KM 17 halten. Dann merke ich auch hier, heute geht eventuell mehr. Also wird das Tempo erhöht. Das war definitiv keine gute Idee. Das Tempo kann ich nicht lange aufrecht halten und ich pendel mich wieder bei meiner Pace von 4:23 ein und komme nach 1:33 ins Ziel. Bin ich zufrieden? Aber sowas von. Bisher hatte ich es nie unter 1:40 geschafft. Der Monat endet mit dem Stadtlauf in Reutlingen. Leider bekomme ich aufgrund der hitze und der engen Streckenführung meine Leistung nicht auf die Strecke. Ich stecke viel in Menschenmassen fest und kann schwer überholen. Ich schaffe die 10,1 km in 48 Minuten. Aber auch das gehört dazu. Der Spass steht wie immer im Vordergrund.

Mittlerweile arbeite ich zusätzlich zu Sabine, viel mit Andreas Baumgärtner zusammen. Andreas nimmt mich in sein Laufteam auf. Auch hier bin ich mit den Vivos vertreten. Wir laufen gemeinsam beim Esslinger Lauffieber. Hier geht es über eine Strecke von 9 km. Es handelt sich um einen Spendenlauf. Der Erlös wird für die Brustkrebsforschung gespendet. Ich komme als gesamt 8. ins Ziel. Ich bin wahnsinnig happy. Das erste Mal in den Top 10.

Mein Training ist mittlerweile stark auf Pulszonen und Geschwindigkeiten bezogen. Ich versuche einfach immer mehr, meine persönlichen Grenzen zu verschieben.

Selbstverständlich ist die Lust auf Intervalle und Tempoläufe nicht immer da, aber was sein muss, muss sein. Ich beuge mich meinem Trainingsplan. Mir ist es aber genauso wichtig, dass ich den Spaß am Laufen nicht verliere. Ich mache das nur als „Hobby“. Auch ich habe einen Fulltime Job. Daher muss ich schauen, wie ich Beruf, Sport und Familie unter einen Hut bekomme. Da ich weiß, dass im Juni/Juli viele Rennen sind, spreche ich mit Maike alles durch. Sie nimmt mir noch mehr Arbeit ab. Ich kann mich voll und ganz auf den Sport konzentrieren.

Meine Intervalle sehen wie folgt aus: 30 x 100 Meter Sprint / 200 Meter Traben, 50 x 100 Meter Sprint / 150 Traben oder 10 x 400 Meter Sprint / Traben. Ich versuche hier, meine Grundschnelligkeit zu verbessern. Dies soll dazu dienen, dass ich dauerhaft schneller werde.

Zusammen mit Andreas und seinem Team starte ich am 16.06. in Tübingen beim 10K Soundtrack. Ich halte mich bei diesem Rennen an den Pacemaker für einen 4:30 Schnitt. Es läuft wahnsinnig gut. Ich kann sogar 1 KM vor dem Ziel, den Pacemaker überholen und komme mit einer 4:27 ( 43:57 ) ins Ziel.

Am nächsten Tag starte ich für Vivobarefoot Reutlingen beim Steps for Life in Würtingen. Hier geht es über einen 15K Rundkurs. Eigentlich möchte ich das Rennen locker angehen. Aber ich merke schnell, dass meine Beine sich gut anfühlen und ich kann das Tempo erhöhen. Es reicht leider noch nicht für die Spitze. Wird es wahrscheinlich auch nicht. Aber das muss es auch nicht. Ich kann einen Schnitt von 4:38 laufen und komme nach 1:09 ins Ziel. Und dann passiert etwas, mit dem ich nie gerechnet hätte. Ich habe in meiner Altersklasse tatsächlich den 3. Platz geschafft. Ich komme aufs Podium. Ich bin so wahnsinnig stolz. Das hätte ich mir niemals vorstellen können.

 

Mai 2018

Der Mai steht für mich ganz im Zeichen des Megamarsch. Ich trainiere weiterhin viel und das Training wird immer spezieller. Ich lerne durch viele Gespräche mit anderen Sportlern und auch durch eigene Recherche, wie wichtig es ist, dass Training abwechslungsreich zu gestalten. Ebenso lasse ich mich im Universitätsklinikum Tübingen gründlich untersuchen. Ich unterziehe mich einer Leistungsdiagnostik. Was bedeutet das? Als erstes wird mein Blut untersucht, der Körper wird vermessen. Fettgehalt, Muskelmasse etc. Die Ärzte sind sehr zufrieden mit mir. Mein Körperfettanteil liegt mittlerweile bei unter 12 %. Der BMI ist leider noch etwas erhöht, aber die Ärzte halten dies für bedenkenlos.

Als nächstes werde ich angeschnallt und auf dem Laufband losgelassen. Alle 3 Minuten wird das Tempo erhöht und mir wird aus dem Ohrläppchen Blut entnommen. Die Ärzte bestimmen über das Laktat meine Belastungsgrenze. Begonnen wird bei 8 km/h und dann geht es nach oben. Es läuft gut. Bei 16 km/h wird es kritisch. Ich komme gerade so ins Ziel. Aber ich möchte unbedingt noch die nächste Stufe ausprobieren. Beim probieren lasse ich es auch. Nicht mal eine Minute kann ich das Tempo halten. Dann machen die Muskeln zu. Ich bin aber wahnsinnig zufrieden. Ich bekommen einen ausführlichen Bericht. Wo liegen meine Pulszonen fürs Training? Wo liegt meine Laktatschwelle? Alles Zahlen, Daten und Fakten, die mein Training fördern werden. Das hoffe ich zumindest. Die wichtigste Erkenntnis ist erstmal, dass meine Laktatschwelle bei 13,3 km/h liegt. Das bedeutet, dass ich dieses Tempo nicht sehr lange Zeit halten kann. Das Laktat schießt in die Muskeln und ich kann dieses Tempo nicht dauerhaft halten. Das Training wird darauf ausgerichtet, diese Schwelle nach oben zu verschieben. Dies soll in den nächsten Monaten über Intervalle trainiert werden. Ich wechsle im Training immer zwischen Tempoläufen, Intervallen und langsamen Dauerläufen. Trotzdem gibt es auch Tage, an welchen ich einfach so laufe. Ohne Blick auf die Uhr.

Dann beginnt für mich ein wahnsinniges Abenteuer. Der MEGAMARSCH. Zu Fuß von München nach Mittenwald. 100 km in 24 Stunden. Ich werde diesen Marsch mit meinen Barfußschuhen laufen. Der Start ist am 12.05. um 16 Uhr. Ich bin mit meinem Freund Joe in der ersten Startwelle. Wir freuen uns und bekommen die ersten Kilometer gut hinter uns. Doch schon ab KM 15 beginnen die Probleme. Joe bekommt die ersten Blasen. Diese stellen sich dann beim ersten Verpflegungsposten bei KM 21 als Blutblasen heraus. Wir öffnen die Blasen, kleben sie ab und weiter geht’s. Es läuft wieder super. Regelmäßig werden die Füße kontrolliert. Aber meine Vivos halten. Wir laufen durch die Nacht. Durch die Ruhe und Stille merkt man so langsam, wo es überall weh tut. Ich komme langsam vom Vorderfußlauf in den normalen Tritt, was meinen Fersen nicht gefällt. So ganz ohne Dämpfung. Aber ich beiße auf die Zähne. Am nächsten Morgen kommen wir, nachdem wir uns im Wald verlaufen hatten, an der Versorgungsstation 3 in Kochel am See an. Mittlerweile haben wir knapp 73 km hinter uns. Joe wird von den Sanitätern aus dem Rennen genommen. Die ganzen Füße sind voller Blasen. Auch ich lasse mich untersuchen. Meine Füße haben ein paar Blasen, aber sonst alles super. Bis auf die Schmerzen an der Ferse. Für mich stellt sich nun die Frage: Laufe ich alleine weiter oder steige ich mit Joe aus? Für mich als Sportler eine schwere Entscheidung. Aber für mich steht die Freundschaft vor der Medaille. Ich entscheide mich, schweren Herzens, auszusteigen. Hätte ich es geschafft? Ich weiß es nicht. Werde ich es nochmals machen? JA, aber dann mit Schuhen, die eine minimale Dämpfung haben. In Barfußschuhen ist es wirklich schwer einen 100 km Lauf durch zu stehen- hier brauche ich bei der Schuhauswahl wohl derzeit noch einen Kompromiss.

 

April 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Trainingsumfang steigt enorm. Mittlerweile lasse ich mich von Maike auf dem E-Bike zu neuen Höchstleistungen treiben. Ich bekomme die tolle Unterstützung, dass sie mir ein bestimmtes Tempo ermöglicht, ohne mich selbst darum zu kümmern. Sie motiviert mich beim Laufen und organisiert viele Läufe.

Ein neues Laufcoaching mit Bernd Gerber steht auf dem Programm. Er analysiert meinen Laufstil im Concept Store auf dem Laufband. Er hat festgestellt, dass mein Laufstil sich enorm verbessert hat. Jedoch ist die Hüfte auf der linken Seite noch etwas steif. Ich bekomme verschieden Mobilität Übungen wie z.B. in Rückenlage Fahrrad fahren ( Bewegungen mit den Füßen nachahmen ), im Stehen die Hände an die Füße strecken und Ausfallschritte. Dadurch soll die Hüfte geöffnet werden. Diese Übungen gehören zum täglichen Programm. Bei der Fußdruckmessung wird festgestellt, dass ich mich auch hier verbessert habe.

Am 14.04.2018 steht das Spartan Race in München an. Hier geht es über die Sprint Distanz. Es waren ca. 8km. Ich musste verschiedene Kletterhindernisse, Balancehindernisse und Krafthindernisse überstehen. Das Highlight war, durch den Olympiasee zu schwimmen und mit schweren Eisenketten das Olympiastadion zu bezwingen. Durch die Barfußschuhe hatte ich eine sehr gute Rückmeldung beim Laufen.

Weiterhin besteht mein Training aus verschiedenen Kraft- und Ausdauerübungen. Ich entschließe mich auch, eine Leistungsdiagnostik am Uniklinikum in Tübingen zu absolvieren. Ich möchte eine Überlastung und falsches Training vermeiden. Mein Termin wird auf Mai festgelegt.

Am 29.04. kommt für mich mein Highlight – Die Schönbuch Trophy in Herrenberg. Hier geht es fast 27 km auf wunderschönen Trails durch den Naturpark Schönbuch. Der Start ist auf dem Marktplatz in Herrenberg. Nach 2:43 und knapp 700 Höhenmeter komme ich stolz ins Ziel. Auch hier haben mich die Primus Trail wahnsinnig begeistert. Durch die permanente Rückmeldung über die Füße ist ein Umknicken beinahe unmöglich. Durch den Vorderfußlauf komme ich die Anstiege sehr gut hoch. Ich habe das Gefühl, dass ich mehr Leistung am Berg habe.

Ein besonderes Lauferlebnis war, als ich mich mit Deutschlands bestem OCR Läufer Charles „Pferdelunge“ Franzke in Tübingen zum Laufen über den Spitzberg verabredet habe. Ich habe viele tolle Tipps für die nächsten Hindernisläufe bekommen. Wie kann man eine Wand mit 3m so schnell wie möglich überwinden, wie klettert man am besten an einem nassen Seil etc..

 April 2018

 

 

 

 

 

 

 

Beim zweiten Albgoldlauf im Frühjahr in Trochtelfingen schaffte ich es tatsächlich mit 43:17 Minuten ins Ziel. Im Nachgang ist es schwierig zu sagen, ob es wirklich 10 km waren. Man liest in verschiedenen Medien eine Zahl zwischen 9,8 km bis 10,1 km. Ich bin trotzdem happy über diese Zeit.

Weiterhin arbeite ich viel mit Gewichten zu Hause, um meine Beinmuskulatur und meinen Rumpf zu stärken. Mein Lauftraining ist absolut regelmäßig und so verbringe ich immer mehr Zeit auf verschiedene Trails im Schönbuch und im Umkreis von Tübingen/Reutlingen. Auch der letzte Härtetest für den Megamarsch stand die Wochen an. Knapp 63 km Wanderung. Die Barfußschuhe helfen mir enorm, diese Belastung zu überstehen. Das ist eine absolute Herausforderung.

Ich baue nun auch immer mehr Intervalltrainings mit ein. Mein Gefühl sagt, es bringt mich weiter. Daher versuche ich meine Grundschnelligkeit über kurze Intervalle zu verbessern. Dies zeigt auch umgehend in Wirkung bei längeren Läufen. Ich versuchte es auf einer 400 Meter Bahn eine Runde so schnell wie möglich zu laufen. Danach 2 Runden langsam laufen. Und das dann über 10-15 Durchgänge. Alternativ laufe ich auf meinen normalen Trainingsstrecken 5 Minuten normales Tempo und dann 15-30 Sekunden im Sprint. Anstrengend, aber lohnenswert. Ich werde besser.

 

März 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist kalt. Aber egal. Ich habe ein Ziel. Ich möchte besser werden. Das Lauffieber packt mich von Tag zu Tag mehr. Die Wettkämpfe kommen. Ich lief zweimal den Albgoldlauf und das größte Highlight im Februar: Samstags den Albgoldlauf in Reutlingen über 10km und am Sonntag gleich den Glaspalastlauf in Sindelfingen. Da kamen auch die ersten Zweifel. Schaff ich das? Wie reagiert mein Körper?

Aber alles halb so wild. Den Albgoldlauf schaffe ich in 46:07. Ich bin happy. Das ist für mich eine neue Bestzeit. Das Training hat sich gelohnt. Für mich war klar, dass am Folgetag keine Topzeit rauskommen wird. Dafür bin ich zu untrainiert. Denke ich zumindest. Ich kann meinen Körper noch nicht ganz einschätzen.

Am Folgetag schaffte ich es tatsächlich in 45:48 über die Ziellinie. Obwohl ich einmal auf einer Eisfläche abgeflogen bin. Der Wahnsinn. Erst langsam realisiere ich, wie sich mein Laufstil verändert hat und was ich in der kurzen Zeit des aktiven und zielorientierten Trainings alles verändert hat. Keine Schmerzen mehr nach dem Laufen. Bisher hat öfters die Hüfte „gezwickt“. Alles weg. Ich habe das Gefühl, ich regeneriere besser.

Das nächste Highlight ist die „Nachtwanderung“ in Vivos. Für den Megamarsch muss auch trainiert werden. Start ist an einem Freitag um 21 Uhr. Und am nächsten Morgen gegen 6 sind wir nach 50 km wieder am Ziel. Die Schuhe bestehen den Test. Viel größere Probleme macht mir, die Dunkelheit und die Stille. Die ersten Zweifel kommen auf, ob ich den Megamarsch im Mai schaffen werde.

Ich steigere weiterhin mein Trainigsumfang. Ich will nur noch eins: LAUFEN. Regelmäßig laufe ich Strecken zwischen 20-30 km.

Auch die Anmeldung für den Halbmarathon in Stuttgart ist raus. Ich entdecke die Liebe zum Trailrun. Mich begeistern die technischen Aspekte. Hier geht es nicht nur um schnell laufen, sondern auch um die Achtsamkeit. Die Strecken sind anspruchsvoller. Aber das Beste an einem Trail: Die Natur. Und vor allem mit Barfußschuhen nimmt man das ganz anders wahr. Es gibt mir ein Gefühl von Freiheit. Und die Strecken fordern mich auch mehr.

 

Februar 2018

 

Ich bin gut im Plan und merke, wie mich das bewusste Laufen verändert . Meine Einstellungen, meine täglichen Entscheidungen beim Training, Essen und vieles mehr. Das Thema Gesundheit rückt mehr und mehr in den Vordergrund. Das fühlt sich gut an.

Die Vorteile des Barfußlaufen werden von Tag zu Tag spürbarer. Meine Füße lockerer, stabiler, kräftiger und sie erholen sich auch von meinen bisherigen ‚engen‘ Laufschuhen. Ich lese viel im Internet darüber und tausche mich mit Sabine und Bernd aus. Übrigens die Vorträge und das Coaching zum Laufen, den Auswirkungen auf den Körper und Füße sind sehr zu empfehlen.

Mit meinem mehr an Wissen über die verschiedenen zusammenhängenden Themen von Körper, Ernährung, Training entwickle ich meine Trainingseinheiten immer weiter und nehme meine individuellen Problemstellen direkt in Angriff. Ich bin gespannt, wie alles sich weiter entwickelt.

Vor kurzen habe ich am Rennen (Glaspalastlauf in Sindelfingen) mit den Barfußschuhen aus Reutlingen teilgenommen. Ich spüre das ich auf dem richtigen Weg bin.

Meine Trainingseinheiten sind nicht speziell auf das Laufen ausgelegt. Ich versuche ein Ganzkörpertraining zu absolvieren. Es ist wichtig, dass nicht nur die Beine trainiert werden. Daher arbeite ich sehr viel mit einem TRX (Schlingentrainer), mache viel an der Pullup Bar und versuche  mit verschiedenen Tabata Runden (Dauer 4 Minuten/8 Runden 20 Sekunden mit 10 Sekunden Pause)  die körperlichen Grenzen zu verschieben.

Hierbei setze ich vor allem auf Burpees, Squats und Jumping Jacks. Der Einsatz von einer Langhantel und zwei Kurzhanteln ist auch regelmäßig ins Training eingebaut. Hier versuche ich über mittlere Gewichte und hohen Umfang „neue“ Reize zu setzen.

Mir wurde bewusst, dass ich für einen besseren Laufstil auch dafür viel arbeiten muss. Auch wenn mir das lange Laufen in diesen Trainingsmomenten fehlt und ich die Sehnsucht spüre, raus in die Natur zu gehen.

Das Gefühl, immer an und über seine Grenzen zu gehen, ist für mich einfach wie eine Sucht.

 

Januar 2018

 

 

 

 

 

 

 

Mein erstes großes Ziel im Mai 2018: Der Megamarsch.

Das heißt 100 km von München nach Österreich und das innerhalb von 24 Stunden. Ich plane, das in meinen Minimialschuhen zu machen. Sabine Bürkle, Vivobarefoot Concept Store Reutlingen, steht mir weiter mit guten Ideen zur Verfügung und so steigerte ich bereits den wöchentlichen Laufumfang auf ca. 60 km und nehme Black Rolles als Modul mit auf. Dazu später mehr.

Auch das Laufen im Schnee machte übrigens in den Barfußschuhen Spaß und hat gut funktioniert. Die Vorbereitung für eine erste „Megamarsch“-Testwanderung mit über 40 km von Tübingen nach Bad Urach ist in Arbeit. Voller Vorfreude buchte ich in der letzten Zeit auch die ersten Events: Spartsn race München, Glaspalastlauf Sindelfingen, Schönbuch Trophy.
Nun bin ich dabei einige Läufe und Trainingseinheiten über 21 km zu machen. Die Zeiten verbessern sich von bisher 2 Stunden auf 1:45 und das spornt mich an, auf meinem Weg weiter zu machen. Mein neuer Trainingsplan setzt auf viele Einheiten Freeletics und Freeletics Gym und somit Training mit dem eigenen Körpergewicht um die Muskulatur und Körperstabilität zu stärken. Ich verspreche mir davon nicht nur mehr Kraft, sondern auch meine „Ganzkörper“-Kraft besser zu nutzen und auf das Laufen übertragen zu können.

Durch den hohen Laufumfang und verstärktes Training, muss ich auch mehr Regenerationselemente in meinen Alltag und Training einbauen. Daher suche ich nach weiteren Mitteln um die Regeneration zu fördern. Durch die Tipps von Sabine und Bernd, meiner Recherche und vielen Diskussionen mit anderen Fans des Laufsports integriere ich, wie gesagt, die Black Rolls in mein Programm. Faszienlockerung, Verklebungen lockern und Verspannungen lösen ist mein Ziel. Aller Anfang ist schwer, aber ich merke schnelle Fortschritte. Die Blackroll ersetzt zwar nicht den traditionellen Therapeuten, aber durch den Einsatz kommt es zu einer schnelleren Regeneration. Die Faszienverklebungen können reduziert werden. Da nur mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet wird, kann der Muskelschmerz gezielt behandelt werden.
Man merkt nach intensiven Einheiten die erste Zeit Schmerzen. Aber durch das Rollen merkt man sehr schnell eine Besserung. Man merkt, dass es nicht nur eine oberflächliche Massage ist, sondern dass sie sehr tief ins Gewebe geht. Hierbei rolle ich auf den Oberschenkeln oder die zu behandelnde Region über einen Zeitraum von 30-60 Minuten. Große Unterstützung für meine diesjährigen Pläne erfahre ich übrigens zuhause von meiner Partnerin Maike. Ich Danke Dir dafür und merke, wie auch das Umfeld wichtig ist, um erfolgreicher zu werden.

 

Dezember 2017

So, jetzt waren die ersten Tests im realen Wettkampf und Training vorbei. Und wie geht es jetzt weiter? Eine Sache war klar: Ich werde mich definitiv in die Materie Barfußlaufen einarbeiten. Egal wie es weiter geht. Ab dem Wettkampf im November war ich im Barfuß- und Vivo Fieber.

Persönlich traf ich meine Entscheidung dauerhaft, intensiver und ‚durchgeplant‘ zu laufen. So gehe ich Anfang 2018 in die Planung meiner nächsten Eventteilnahmen. Neben meinem Lauftraining, stelle ich meinen Ernährungsplan noch weiter um. So will ich kompletter auf Industriezucker und Alkohol verzichten. Das beschließe ich erstmal für 12 Monate, dann will ich sehen wie die Effekte sind.

Mein Barfuß- und Laufstil möchte ich weiter verbessern und optimieren. So nahm ich an einem persönlichen Coaching mit Extrem- und Barfußläufer Bernd Gerber, der Barfußinitiative teil. Ich hatte vorher viele Gedanken und Fragezeichen, „Was macht ein Barfußcoach? Und kann er mir wirklich Tipps geben?“. Ich war erstaunt und beeindruckt was die Laufanalyse auf dem Laufband und die Videoaufzeichnung zeigte. So konnte er mir gezielte Tipps und Anleitungen aufzeigen um die Beinmuskulatur zu stärken. Eine computerunterstützte Fußdruckmessung zeigte den Status und mein Entwicklungspotential in den einzelnen Bereichen der Fußsohle. Das will ich nach einiger Zeit, speziell darauf ausgelegtem Training wieder überprüfen.

 

November 2017

2 Tage vor dem XtremRun Rennen in Magstadt machte ich also den ersten Testlauf. Meine Zeit war eine Katastrophe.

Bisher bin ich den KM in ca. 5:15-5:30 gelaufen. Und jetzt? Über 6:10. Der Schock war groß. Aber egal, es brachte mich zum Nachdenken, denn der erste positive Effekt war, dass ich nach dem Laufen keine Schmerzen in der Hüfte und dem Knie hatte.

Dann kam also der erste offizielle Lauf. Ich war aufgeregt. Wie klappt das mit den Schuhen? Schaff ich die 11 KM mit Barfußschuhen? Muss ich vielleicht abbrechen? Komme ich vielleicht als letzter ins Ziel? Aber alle Ängste waren umsonst. Der Schuh hat mich gefesselt. Ich konnte durch den Vorderfußlauf enorm an Geschwindigkeit zulegen. Und ich habe die Strecke in knapp 57 Minuten geschafft.

Hier geht es zum Video.

 

Oktober 2017

Als ich mich für den XtremRun in Magstadt (am 11.11.2017) angemeldet habe, wurde ich bei einem weiteren Gespräch von Sabine gefragt, ob ich den Schuh testen möchte, damit Sie Erfahrungen von einem Sportler kennt und um zu sehen, ob dieser Schuh mich weiter bringt.

Das habe ich dankend angenommen. Bevor ich den Schuh unter realen Wettkampfbedingungen testen kann, war für mich klar, dass ich erst lernen muss, wie man richtig in diesen Schuhe läuft.

 

August 2017

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem „Rückfall“ zu klassischen Rennschuhen bin ich ein Jahr später mit Sabine wieder ins Gespräch gekommen. Das Thema hatte mich doch weiter beschäftigt.

Ich habe ihr berichtet, dass ich sehr gerne sogenannte OCR Läufe bestreite und mich hier mit dem Reebook All Terrain durchschlage. Sie hat mich darüber aufgeklärt,

dass es auch hier eine Alternative gibt. Dieses Angebot habe ich zuerst ausgeschlagen. Ich konnte mir das einfach nicht vorstellen. Schlamm, Hindernisse und das alles mit einem Barfußgefühl? Niemals.

 

August 2016

 

 

 

 

 

 

Ich habe im Internet einen Bericht über Natural Running gelesen. Nach ein paar Nachforschungen zu den Themen schneller und gesünder Laufen, war für mich klar, dass ich mir unbedingt Barfußschuhe besorgen muss.

Nach meiner Recherche bin ich auf den Barfußladen in Reutlingen gestoßen. Als ich im Laden dann von Sabine Bürkle beraten wurde, wollte ich mit den Minimalschuhen für mich einen Neuanfang machen.

Also habe ich meine ersten Sportschuhe gekauft. Den Vivobarefoot Stealth.

Ein paar Wochen später habe ich die ersten Freizeitschuhe gekauft. Diese habe ich fast immer getragen. Die Sportschuhe habe ich leider am Anfang nicht regelmäßig, sondern nur ab und zu getragen.

 

 


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