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Eninger Geschichte hautnah erleben – Das Heimatmuseum Eningen mit Neuem in der neuen Saison

(BW) Sie haben in den Osterferien noch nichts Besonderes vor? Wir wäre es dann mit einem Besuch im Eninger Heimatmuseum. Ein kostbares Kleinod im Zentrum von Eningen in der Eitlinger Straße 3. Erbaut im Jahre 1700, beherbergte das Haus die erste Posthalterei in Eningen.

Nach einem langen Winterschlaf öffnet es am Sonntag, den 8. April erstmals wieder seine Türen. Zum Saisonauftakt hat der Heimat- und Geschichtsverein Eningen, der das Museum betreibt etwas ganz besonderes für seine Gäste vorbereitet.

Zwei original erhaltene Kabinettscheiben aus dem Jahre 1655 werden im Museum zu sehen sein.

Kabinettscheiben für die Andreaskirche

Kabinettscheiben, so nennt man kleine bunt bemalt Fensterscheiben. Heute findet man sie noch vornehmlich in Kirchen. Aber auch reiche Kaufleute, Ritter oder Adlige leisteten sich diese bemalten Glasscheiben auf denen zumeist ihr Wappen abgebildet war, biblische Szenen oder höfische Bilder. Oft waren diese kleinen Glasbilder zur Verzierung in einem öffentlichen Raum oder als gestiftete Scheiben in Kirchen. So auch in Eningen in der Andreaskirche.

Als der Dreißigjährige Krieg im Jahr 1648 sein Ende fand, war die Eninger Andreaskirche schwer beschädigt. Ab dem Jahr 1650 begannen Wiederaufbauarbeiten in und an der Kirche wobei sich besonders finanzstarke Geldgeber mit einem Fenster verewigen durften. Zwei dieser farbenprächtigen Fenster aus dem Jahr 1655 sind bis heute erhalten geblieben. Es handelt sich dabei um die Kabinettscheiben der Familien Mühleisen und Schauffler. Diese wurden im letzten Jahr in einer Fachwerkstatt für Glasmalerei in Stuttgart restauriert und werden am 8. April im Eninger Heimatmuseum mit einer Sonderausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Doch die Kabinettscheiben sind nicht die einzige Attraktion, die der Heimat- und Geschichtsverein Eningen für diese Museumssaison vorbereitet hat.

In einer Sonderschau wird dem Ende des ersten Weltkriegs vor 100 Jahren gedacht. Diese soll voraussichtlich an drei Sonntagen geöffnet sein, die Planungen dazu stehen noch nicht ganz fest. Fest steht aber schon das Datum für die lange Museumsnacht bei der man auf alle Fälle wieder mitmachen möchte. Am Samstag, den 26. Mai ist das Museum von 18.00 bis 24.00 Uhr geöffnet. „An solchen besonderen Tagen kommen leicht so etwa 300-400 Besucher ins Museum“, weiß Ewald Schlotterbeck vom Geschichtsverein.

 

So lebten die Eninger früher

Doch selbst wenn es keine besonderen Anlässe oder Ausstellungen im Museum gibt, können Besucher einiges entdecken in dem alten historischen Gebäude. So befindet sich eine komplett eingerichtete Schuhmacherwerkstatt aus dem Jahre 1920 hier, eine alte Küche mit historischen Kochgeräten, Butterfässern, Waffeleisen und anderen Haushaltsgeräten, sowie ein Wohn- und Schlafraum. „Viele Jugendliche kennen das alles gar nicht mehr, da sind das richtig tolle Anschauungsobjekte“, so Schlotterbeck.

 

Der Nachtwächter führt durchs Dorf

Erwin Schlotterbeck ist übrigens noch der einzige amtierende Nachtwächter in Eningen. Viele ältere Eninger wissen vielleicht noch, dass der Ort eigentlich aus zwei Dörfern bestand dem Oberdorf und dem Unterdorf, drum brauchte es damals auch 2 Nachtwächter die darüber wachten, dass nirgends ein Feuer ausbrach oder Eindringlinge und übles Gesinde die Nachtruhe der Bewohner störte. Heute ist der Ort längst zusammengewachsen und Erwin Schlotterbeck führt seine Besucher durch beide Ortsteile. Seine Führungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, so waren es im vergangenen Jahr schon 28 Führungen die er über das Jahr verteilt durchgeführt hatte. In diesem Jahr sind bereits 32 Führungen anvisiert. Wobei die meisten davon bereits ausgebucht sind. Viele ehemalige Eninger bestellen bei Schlotterbeck eine Führung, oder auch Firmen die damit zum Beispiel ihr Firmenjubiläum zu etwas besonderem machen möchten. Die nächste öffentliche Führung gibt es erst wieder am 22. September.

 

Das Heimatmuseum ist in der Regel am ersten Sonntag des Monats geöffnet, jeweils von 14.00 bis 17.00 Uhr.

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