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Legionellen im Trinkwasser – Warum regelmäßige Prüfungen unverzichtbar sind

(BW) Eine erfrischende Dusche nach dem Sport oder ein wohltuendes Bad im Winter gehört für viele zum Alltag. Doch in warmem Leitungswasser kann sich eine unsichtbare Gefahr verbergen: Legionellen. Die Bakterien fühlen sich zwischen 25 und 50 Grad Celsius besonders wohl und können beim Einatmen feinster Wassertröpfchen – etwa beim Duschen – schwere Lungenentzündungen verursachen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Bekannt wurden Legionellen 1976 durch einen folgenschweren Krankheitsausbruch in einem Hotel in Philadelphia. Auch in Deutschland kam es zu schweren Fällen, etwa 2010 in Ulm oder 2023 in Stuttgart dort waren 39 Personen betroffen. Schätzungen zufolge gehen hierzulande jährlich 15.000 bis 20.000 Lungenentzündungen auf Legionellen zurück, einige davon enden tödlich. Laut des Robert-Koch Instituts steigt die Zahl der Erkrankungen in den letzten Jahren stetig.

Strenge Vorgaben durch die Trinkwasserverordnung

Um das Risiko zu minimieren, schreibt die Trinkwasserverordnung regelmäßige Untersuchungen vor. Verpflichtet sind vor allem Eigentümer und Verwalter von Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasserbereitung. Für vermietete Wohngebäude gilt ein Prüfintervall von drei Jahren, öffentliche Einrichtungen wie Kitas oder Sportstätten müssen ihre Anlagen sogar jährlich kontrollieren lassen. Nicht verpflichtet sind in der Regel Bewohner von Ein- und Zweifamilienhäuser. Es wird jedoch empfohlen bei selten genutzten Duschen oder nach langer Abwesenheit länger mit Wasser zu spülen.

Verstöße gegen die Verordnung sind kein Bagatelldelikt. Neben empfindlichen Bußgeldern drohen bei einer Gefährdung der Gesundheit strafrechtliche Konsequenzen, im Schadensfall auch hohe Schadenersatzforderungen. Fachleute warnen daher vor Nachlässigkeit: Ein professionelles Prüf- und Wartungsmanagement ist heute unverzichtbar.

So lässt sich Legionellenwachstum verhindern

Um Legionellen den Nährboden zu entziehen, sollten Warmwassersysteme sachgerecht betrieben werden. Dazu gehören Temperaturen von mindestens 55 °C in den Leitungen und 60 °C am Warmwasserbereiter. Stehendes Wasser sollte vermieden werden – etwa durch regelmäßiges Spülen in leerstehenden Wohnungen. Zudem empfiehlt sich eine jährliche Wartung der Trinkwasserinstallation durch Fachpersonal.

Vor allem ältere Menschen, Raucher sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder chronisch Kranke (z.B. Diabetiker) sind verstärkt betroffen. Männer erkranken mehr als doppelt so häufig wie Frauen. Heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums Baden Württemberg. „Regelmäßige Untersuchungen sind ein zentraler Baustein für die Sicherheit der Allgemeinheit“, betont Dr. Jens Fleischer, vom Landesgesundheitsamt BaWü.

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