(BW) Noch immer sind im Pfullinger Stadtgebiet Eichen mit rot-weißem Absperrband gekennzeichnet, als Warung vor dem Eichenprozessionsspinner.
Auch der Bereich am und um den Schönbergturm ist großflächig abgesperrt. Hier, so heißt es von Seiten der Stadt gibt es einen besonders starken Befall der dortigen Eichen. So muss der Zugang zum Turm selbst wie auch zu den umliegenden Sitzmöglichkeiten abgesperrt werden. Zusätzlich wurden dort Hinweisschilder angebracht.
Wie lange die Sperrung noch bestehen bleibt, ist noch nicht klar. Möglicherweise kann diese noch einige Wochen anhalten. „Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners läuft auf Hochtouren, allerdings müssen sich viele Nester erst noch bilden, damit sie dann abgesaugt werden können – und generell hat die Bekämpfung im Stadtgebiet klar Vorrang vor den Außenbereichen bzw. Wäldern.“, so Markus Hehn, der Pressesprecher der Stadt Pfullingen.
Warum der Eichenprozessionsspinner gefährlich ist
Eigentlich ist der unscheinbare Nachtfalter weniger wegen seines Erscheinungsbildes problematisch, sondern aufgrund seiner Raupen, die eine ernst zunehmende Gesundheitsgefahr für den Menschen darstellen. Genauer gesagt deren Härchen, die sogenannten Brennhaare.
Die kleinen Härchen, die die Raupen ab einem bestimmten Entwicklungsstadium bilden enthalten ein für den Menschen gefährliches Nesselgift. Die Haare sind extrem klein, brechen leicht ab und werden durch den Wind verbreitet. Laut Umweltbundesamt können sie „durch den Wind verschleppt werden“ und so auch Menschen betreffen, die keinen direkten Kontakt zu den Raupen hatten. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine einzelne Raupe im Laufe ihres Lebens mehrere Hunderttausend dieser Haare bilden kann, die sich großräumig in der Umwelt verteilen können.
Vielfältige gesundheitliche Beschwerden
Die Auswirkungen auf den menschlichen Körper sind vielfältig. Am häufigsten kommt es zu Hautreaktionen. Das Umweltbundesamt beschreibt typische Symptome als „Rötungen und […] teils starken, mehrere Tage andauernden Juckreiz, die Raupendermatitis“. Auch die Atemwege können betroffen sein. Beim Einatmen der Brennhaare treten laut Behörden „Husten, Bronchitis [oder] Asthma“ auf.
Zusätzlich können Augenreizungen entstehen, die sich in Rötungen und Entzündungen äußern. In schweren Fällen kann es sogar zu anaphylaktischen Reaktionen kommen. Übrigens auch für unsere Haustiere, Hunde und Katzen, sind die kleinen Brennhaare der Raupen gefährlich. Die Reaktion darauf sind vergleichbar mit denen beim Menschen, Rötungen und Juckreiz. Besonders die Hunde sind gefährdet weil sie gerne schnüffeln so kann es bei ihnen zu Schwellungen an Pfoten, Bauch und Schnauze kommen.
Langfristige Belastung für Mensch, Tier und Umwelt
Ein besonderes Risiko liegt in der Langlebigkeit der Brennhaare. Diese können über lange Zeit in der Umwelt verbleiben und weiterhin Beschwerden auslösen. Laut wissenschaftlichen Veröffentlichungen können die reizenden Haare „bis zu 10 Jahre aktiv bleiben“ und somit langfristig eine Gesundheitsgefahr darstellen.
Auch verlassene Nester bleiben daher gefährlich. In ihnen sammeln sich große Mengen der Haare, die bei Störungen erneut freigesetzt werden können. Spezialfirmen müssen daher die Raupen und ihre Nester mit speziellen Geräten absaugen, oder sie werden vorsichtig verbrannt.
Kiosk am Schönbergturm zieht in die Schutzhütte
Da mit der Sperrung des Schönbergturms auch der Kiosk schließen muss, haben die Stadt und Kioskbetreiber Klaus Weiß kurzerhand nach einer Alternative gesucht und sind fündig geworden: Der Kiosk bezieht vorübergehend die Schutzhütte beim Wanne-Parkplatz. Auch dort gibt es einen Grillplatz. Die Öffnungszeiten des temporären Turm-Kiosks auf der Wanne lauten ab sofort wie folgt: freitags, samstags und sonntags immer ab 10.00 Uhr bis abends.
