(BW) Wer Wert auf regionale Lebensmittel legt, kennt das Problem: Der Käse kommt vom einen Hof, die Eier vom nächsten Direktvermarkter und frisches Gemüse gibt es wieder an einem anderen Ort. Mit dem neuen Biosphärenwarenhaus in Pfullingen soll sich das künftig ändern. Ab dem 12. September werden zahlreiche Erzeugnisse aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb unter einem Dach angeboten.
Veit Senner und sein Team sind zwar derzeit noch fleißig am Renovieren, noch ist das ehemalige Verkaufsgebäude der Gärtnerei Hortense in Pfullingen leer. In einer Ecke stehen noch die Farbkübel, auf der anderen Seite sind schon die Einkaufswägen platziert. Doch bald schon soll hier das ein Einkaufsparadies der besonderen Art entstehen. „Schon lange trage ich mich mit der Idee ein Warenhaus mit regionalen Produkten aufzubauen, so was gibt es hier in der Region überhaupt nicht,“ so Veit Senner. Mit dem Biosphärenwarenhaus soll ein neuartiges Einkaufsangebot für regionale Lebensmittel und Produkte aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb entstehen. „Wir wollen den Verbrauchern den Zugang zu hochwertigen regionalen Erzeugnissen deutlich erleichtern und gleichzeitig die heimischen Produzenten stärken“, ergänzt Senner.
Mit dem Mofa über die Alb
Veit Senner hat 2017 die Firma „Rad der Zeit“ gegründet. Dabei bietet er Rundfahrten auf historischen Mofas im Biosphärengebiet Schwäbische Alb an. Auf den Fahrten steuern sein Mofa-begeisterten Kunden regelmäßig regionale Produzenten an wie Albkäse, den Bio Bauernhof Gorzelany, Beckabeck, aus’m Ländle, Emmas Springerle und viele andere an. Dabei bekam er häufig die Rückmeldung wie lecker die regionalen Erzeugnisse sind, gleichzeitig aber auch die Rückmeldung, dass es schade sei, dass die Wege zu den Produzenten so aufwendig sind.
„Wer direkt bei Erzeugern einkaufen möchte, muss zahlreiche Hofläden anfahren oder auf Wochenmärkte ausweichen. Die einzelnen Anbieter liegen häufig weit auseinander, Öffnungszeiten unterscheiden sich und nicht immer ist das gesamte Sortiment verfügbar.“ Und genau deshalb ist die Idee zum Biosphärenwarenhaus entstanden.
Alles unter einem Dach und gut erreichbar
Unter einem Dach sollen künftig Lebensmittel und Erzeugnisse zahlreicher Produzenten aus der Region gebündelt angeboten werden. Kunden finden dort ein umfassendes Sortiment für den täglichen Bedarf und können ihren Wocheneinkauf bequem an einem Ort erledigen. Lange Fahrten von Hofladen zu Hofladen gehören damit ebenso der Vergangenheit an wie die Suche nach bestimmten Produkten bei verschiedenen Anbietern.
Ein wesentlicher Vorteil des Standorts ist seine gute Erreichbarkeit. Das Biosphärenwarenhaus kann sowohl mit dem Auto als auch mit dem Fahrrad bequem erreicht werden. Direkt vor dem Gebäude stehen zahlreiche Parkplätze zur Verfügung, sodass Kunden ihre Einkäufe ohne lange Wege oder Parkplatzsuche erledigen können. Das erleichtert insbesondere Familien, Berufstätigen und älteren Menschen den Zugang zu regionalen Produkten.
Darüber hinaus setzt das Warenhaus auf ein Selbstbedienungskonzept. Dadurch entfallen Wartezeiten an klassischen Bedientheken. Kunden können die Produkte selbst auswählen und ihren Einkauf zügig erledigen. Gleichzeitig bleibt der direkte Kontakt zu den Erzeugern erhalten. Fragen zu Herkunft, Herstellung oder Besonderheiten der Waren sollen kompetent beantwortet werden können. Die Produzenten bleiben somit sichtbarer Teil des Einkaufserlebnisses und sorgen für Transparenz sowie Vertrauen in die angebotenen Produkte.
Vorteile für Kunden und Produzenten
Veit Senner ist davon überzeugt, dass sich sein Konzept für die Endkunden wie auch für die Produzenten lohnt. „Da die Vermarktung in einer zentralen Verkaufsstelle gebündelt wird und die organisatorischen Abläufe effizient gestaltet sind, kann die Handelsspanne vergleichsweise niedrig gehalten werden. Gleichzeitig fallen für viele Kunden zusätzliche Fahrtkosten zu Wochenmärkten oder weit entfernten Hofläden weg. Das macht regionale Produkte nicht nur einfacher verfügbar, sondern auch preislich attraktiv“, verspricht Senner.
Am 12. September soll’s losgehen
Hinter den Kulissen laufen derzeit zahlreiche Vorbereitungen für die Eröffnung. Neben der energetischen Sanierung der Räume wird noch an einem effizienten Warenwirtschaftssystem gefeilt. Gleichzeitig werden die digitalen Kassen eingerichtet und getestet. Obwohl moderne Technik eingesetzt wird, soll der persönliche Service erhalten bleiben. Die Kassen werden daher nicht von den Kunden selbst bedient, sondern von Mitarbeitern, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen.
Parallel dazu laufen die Planungen für die Eröffnungsveranstaltung auf Hochtouren. Ziel ist es, das neue Angebot in der Region bekannt zu machen und die Idee eines zentralen Marktplatzes für regionale Produkte erlebbar zu gestalten.
Am Samstag, den 12. September von 10.00 – 16.00 Uhr dürfen sich Besucher*innen einen ersten Eindruck verschaffen. Geplant ist ein Markt auf dem Hof hinter dem Verkaufsraum. Produzenten werden dort ihr Angebot zeigen. Ob der Verkaufsraum bis dahin schon komplett fertig und eingerichtet ist. Da ist sich Veit Senner noch nicht ganz sicher. Er und sein Team setzen jedenfalls alles daran, dass es klappt. „Fest steht aber, dass dann die Menschen in Pfullingen und der Region eine neue Möglichkeit bekommen, regional, nachhaltig und bequem einkaufen zu können. Vielleicht ist das Konzept dann sogar beispielhaft dafür wie man nachhaltigen Konsum und modernen Einzelhandel erfolgreich zusammenführen kann“, freut sich Veit Senner.
