(BW) Im Mai hat Silvia Reinhardt den ersten Platz beim Hyrox in Berlin Tempelhof gemacht, dann ging es ab nach Stockholm zur WM. Davor war sie auch schon in Chicago, in Wien oder auch innerdeutsch in Frankfurt. Jetzt Anfang August will sie unbedingt in Istanbul teilnehmen. Silvia Reinhardt brennt für die Trendsportart Hyrox. Fünf Mal in der Woche ist sie deshalb im Pep2 zum Trainieren.
Während sie im normalen Berufsleben unter anderem Rezepte über den Tresen schiebt, muss sie bei Hyrox einen 102 kg schweren Schlitten ein Stück weit über eine Ziellinie schieben. „Hyrox ist ein bisschen wie ein Ganzkörpertraining, ein bisschen von allem und allemal besser als nur Spazierengehen,“ erklärt Silvia Reinhardt. Damit untertreibt sie aber ziemlich. Denn Hyrox ist nicht nur ein einfaches Ganzkörpertraining sondern für ungeübte Nichtsportler sieht es aus wie Schwerstarbeit.
Insgesamt muss man bei diesem Parcours 8km laufen, wobei nach jedem Kilometer eine Kraftstation eingerichtet ist. Beginnend beim Ski-Ergometer, dann besagtem Schlittenschieben. Bei der nächsten Station muss der Schlitten gezogen werden, es folgen Burpees, 1000 m Ruderergometer, 200m Farmers Carry mit 2 x 16 kg Gewichten, 100m Sandsack tragen und am Schluss noch einen 4kg schweren Medizinball 100 mal gegen eine Wand werfen. Wobei die Gewichte bei Männern und Frauen unterschiedlich schwer sind.
Hyrox ist ein modernes Zirkeltraining das 2017 von dem zweifachen Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste und dem Unternehmer Christian Toetzke entwickelt worden ist. Laut Internet ist Hyrox zur Zeit die am schnellsten wachsende Fitnesschallenge und mittlerweile haben sich über 650 000 Athletinnen und Athleten vom Hyrox-Fieber anstecken lassen, Events finden in Ländern überall auf der Welt statt. Von Hamburg über Berlin bis hin zu Abu Dhabi, Chengdu, Bangkok oder Toronto und Mexico City.
Die Gründer werben damit, dass Hyrox für Anfänger wie Fortgeschrittene gleichermaßen spannend sein kann. Da es nicht wie bei einem Massenstart einen ersten und einen letzten Platz gibt. So gibt es bei den Hyrox Events Startwellen in allen Altersklassen diese starten alle 10 Minuten, den ganzen Tag, so kann es passieren, dass ein Athlet der 60 Minuten für einen Parcours braucht, gleichzeitig mit einem Athleten ins Ziel kommt der dafür 3 Stunden gebraucht hat.
Silvia Reinhardt trainiert seit drei Jahren. Ihr Ziel ist es freilich möglichst weit vorne abzuschließen. So hat sie in ihrer Altersklasse im Frühjahr in Berlin den ersten Platz erzielt. Damit hatte sie sich für die Weltmeisterschaft in Stockholm qualifiziert. Dort hat sie sich im Double mit ihrer Teamkollegin Margit Rapp immerhin auf den 8. Platz vorgekämpft. Auch schon in Chicago im vergangenen Jahr hat sie an einer Weltmeisterschaft teilgenommen, damals hat sie mit ihrer Teamkollegin Margit Rapp den 5. Platz erzielt. Jetzt steht der Wettkampf in Istanbul Anfang August an. Ihr Ziel ist es auch dort möglichst gut abzuscheiden. „Wie gut,“ lacht Sivia Reinhardt, „dass da Anfang August die Praxis geschlossen hat, da kann ich mich anschließend gleich im Urlaub vom Wettkampf erholen.“
(Fotos: Margit Rapp und Silvia Reinhardt sind stolz auf ihren erfolgreichen Abschluss in Stockholm und unten beim kräftezehrenden Schlittenschieben)
