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Jochen Wandel – Der neue Schulleiter der Wilhelm Hauff Realschule im Interview – Schule muss sich an die Kinder anpassen

(BW) Nach den Sommerferien starten die Schüler der Wilhelm Hauff Realschule mit einem neuen Rektor ins neue Schuljahr. Jochen Wandel löst Jürgen Albrecht ab, der nach 15 Jahren als Schulleiter der WHR vergangenen Donnerstag offiziell verabschiedet wurde.

Jochen Wandel, Lehrer für Musik, Deutsch und Religion, war bereits drei Jahre Konrektor an der Schule er freut sich auf die neue Aufgabe.

Herr Wandel, als Rektor einer der größten Realschulen in Baden-Württemberg haben Sie künftig sicher sehr viel zu tun. Haben Sie da überhaupt noch Zeit in Ihren Fächern als Lehrer tätig zu sein?

Teilweise schon, das ist mir wichtig. Ich will auch künftig wenigstens 4 Stunden in der Woche unterrichten. Schließlich kann ich nicht über die Unterrichtsentwicklung sprechen, wenn ich nicht selbst erfahre, wie die Schüler im Unterricht denken und welche Anliegen oder Probleme sie haben. Ich möchte ein Schulleiter sein, der sich in die Schüler hineinversetzen kann, der sie als Gesprächspartner und Gegenüber mit ihren Anliegen anhört, ernst nimmt und versteht.

 

Jürgen Albrecht hat in den letzten Jahren viel baulich bewegt. Ich denke da zum Beispiel an die Mensa oder den Schulanbau, der erst vor einigen Wochen eingeweiht wurde. Können Sie sich jetzt zurücklehnen?

Es gilt jetzt Dinge konsequent weiterzuführen. Ich will in nächster Zeit nicht viele neue Baustellen aufmachen, sondern jetzt erstmal das Bestehende konsolidieren.

Trotzdem stehen wir in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Die Lernangebote sind in der WHR seit einem Jahr am Start, die gilt es weiter zu entwickeln, überhaupt wird die Unterrichtsentwicklung ein großes Thema. Gleichzeitig kommen vom Kultusministerium neue Vorgaben, die Realschule soll weiter gestärkt werden, es wird eine neue Versetzungsordnung geben.

 

Wir wirkt sich der Wegfall der Hauptschule auf die WHR aus?

Das ist in Pfullingen ein riesen Thema. Die Kinder der 5. Klasse kommen jetzt fast alle zu uns. Das führt dazu, dass wir den Unterricht stärker ausbauen und differenzieren müssen. Stichwort bilingualer Unterricht oder auch die Bläserklasse gehört hier dazu, so können wir besser auf die Stärken der Schüler eingehen. Mit diesen Klassen bieten wir auch eine echte Alternative zum Gymnasium, wir merken, dass uns viele durchaus auch als „G-9 Gymnasium“ von Pfullingen mit ansehen – wir haben viele Schüler, die ans berufliche Gymnasium weitergehen.

 

Ist das Unterrichten komplizierter geworden, als noch vor Jahren?

Ich würde sagen, es ist anders geworden. Wenn ich heute höre, wie die Kinder zum Beispiel in der 7. Klasse schon frei auf Englisch präsentieren, dann sind die Kinder in diesem Bereich stärker geworden, als wir das früher waren. Und wir Lehrer müssen uns darauf einstellen. Im Moment ändert sich der Lehrerberuf permanent, wir müssen auf immer neue Herausforderungen eingehen, ganz anders als das früher war.

 

Stichwort Inklusion. Hier werden die Schulen vor große Heraus-forderungen gestellt. Welchen Wege wird die WHR hier einschlagen?

Die Inklusion ist ebenfalls eine Baustelle, um im Bild zu bleiben. Wir müssen immer schauen, was ist sinnvoll und was dient dem Kind. Für z.B. körperbehinderte Kinder ist eine Inklusion an der WHR toll. Wenn wir aber lernschwache Kinder haben, dann können wir das nur zum Teil stemmen.

Derzeit sind wir im Gespräch mit der Uhlandschule dem SBBZ (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum) inwieweit wir enger kooperieren können, beispielsweise in dem wir kleine Lerngruppen mit bis zu 6 Kindern und einem Sonderpädagogen schaffen.

 

Wenn ich das so höre, dann glaube ich, dass es Ihnen auf jeden Fall nicht langweilig wird.

Wir müssen uns immer schneller auf Veränderungen einstellen, die Frequenz ist höher geworden, allerdings sind sie auch notwendig. Wenn ich sehe, dass wir für viele Schüler auch eine Art Heimat bieten, weil sie zu Hause keine gefestigten Strukturen vorfinden, dann sehe ich darin auch eine große Verantwortung.

Wir sind dieser Entwicklung verpflichtet. Schule muss Räume füllen, die zunehmend unbesetzt sind. Kinder sind Kinder ihrer Zeit und Schule muss sich an diese Kinder anpassen: andersherum wird es nicht funktionieren.

Herr Wandel, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei ihrer neuen Herausforderung.

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