AllgemeinAndere Branchen | MoreMore | deutschPfullinger Journal

Das kleine Mammut aus der Vogelherdhöhle – Erleben wie Menschen vor 40 000 Jahren gelebt haben im Archäopark bei Niederstotzingen

(BW) Auf der Schwäbischen Alb hat sich vor rund 40 000 Jahren ein gewaltiger Sprung in der Entwicklung hin zum modernen Menschen ereignet. In der Region nahe Ulm, im Alb-Donau-Kreis und im Landkreis Heidenheim fing der eiszeitliche Mensch an, figürliche Darstellungen von Tieren und Menschen sowie die weltweit ersten Musikinstrumente zu erdenken und zu erschaffen.

Die wichtigsten Fundorte sind die Höhlen Hohle Fels, Geißenklösterle und Sirgensteinhöhle (Achtal) sowie Bocksteinhöhle, Hohlenstein und Vogelherdhöhle (Lonetal). Hier wurden die ältesten figürlichen Kunstwerke und Musikinstrumente der Menschheit von Archäologen in mehreren Höhlen entdeckt. Vor kurzem wurden diese sechs Höhlen deshalb zum Weltkulturerbe erhoben. Damit stehen sie auf gleicher Ebene wie die Pyramiden von Gizeh, das Taj Mahal oder der Kölner Dom.

Die Vogelherdhöhle

Zu den mittlerweile bekanntesten Figuren gehören der Löwenmensch, der im Ulmer Museum ausgestellt ist, die Venus vom Hohle Fels, derzeit im Museum Blaubeuren und das Mammut aus dem Vogelherd. Die Höhle bei Niederstotzingen lag strategisch ideal auf einem Sporn 20 Höhenmeter oberhalb der Lone und eröffnete einen perfekten 180°-Blick über den Talverlauf, der hier einen kleinen Knick beschreibt. Über 100 000 Jahre lang bot die Höhle mit ihren drei Zugängen unseren Vorfahren Behausung und Zuflucht. Von dieser sicheren und trockenen Position aus konnten sie bereits von weitem Tiere oder Gefahren erkennen, auf die Jagd gehen und als mobile Verbände ihren Beutetieren hinterher ziehen. So hinterließen die Bewohner über viele tausend Jahre hin Schicht für Schicht der Nachwelt einzigartige Schätze.

Neben dem kleinen Mammut aus Mammutelfenbein wurden noch über 40 weitere Figuren ausgegraben, wie zum Beispiel ein kleines Pferd und ein Höhlenlöwe. Über die Bedeutung der Kunstwerke rätseln die Archäologen noch immer.

Waren sie Schmuck? Eine Ehrerweisung an die Tiere? War ihr Sinn die Bannung von Ängsten? Oder symbolisierten sie Gruppenzusammengehörigkeit und Identität? Die genaue Bedeutung der Figuren für unsere Ahnen wird wohl ein Geheimnis bleiben. Ihre Schönheit können wir allerdings unmittelbar erkennen. Das kleine Mammut und den Höhlenlöwen können Sie in der Schatzkammer im Besucherzentrum des Archäoparks Vogelherd bewundern!

Wie unsere Vorfahren gelebt haben, erfahren sie im Archäopark bei Niederstozingen. (Foto: pr)

Der Archäopark – Ausflugsziel für die Familie

Was den Archäopark so spannend macht, ist sein Erlebniskonzept.

Neben dem Hauptanziehungspunkt die Höhle selbst sowie die Schatzkammer können die Besucher aber noch weit mehr erleben und erfahren rund um das Thema Steinzeit und unsere Vorfahren. Sie erleben die gewaltigen Dimensionen eines Mammuts, sie erfahren wissenswertes über die Vegetation und über die Techniken, die in der Steinzeit überlebenswichtig waren.

Es gibt einen Platz des Feuers an dem am Sonntag, den 13. August steinzeitliches Grillen angeboten wird. Hier können sie in der Jurte Platz nehmen und versuchen mit Schlagsteinen ein Feuer zu entfachen, steinzeitlich grillen oder auf heißem Stein Wasser zu kochen. Den Kindern wird es sicherlich Spaß machen am Platz der Jagd zu erfahren wie früher ein Mammut erlegt wurde, oder vielleicht wollen sie auch gleich selber auf die Jagd gehen? Künstler können am Platz der Kunst auch einmal selbst ein Bison auf Stein malen oder ein Schwirrholz erklingen lassen.

Bei einem erlebnisreichen Tag muss natürlich auch der eigene Hunger gestillt werden. An der frei zugänglichen Grillstelle wird wie vor 40.000 Jahren über offenem Feuer selbst gegrillt. Vom “Ochsenfeuerspieß” bis hin zum “Rüsselgriller” oder doch das “Rossfeuersteak a´la Aurignacien”? Diese und noch weitere Vogelherd-Spezialitäten sind im Parkcafé erhältlich.

Im Archäopark Vogelherd gibt es für die ganze Familie viel zu erleben. Wer einen Ausflug dorthin plant, kann nähere Informationen zu Führungen, Öffnungszeiten, einen Parkplan sowie besonderen Veranstaltungen auf der Internetseite finden unter: www.archaeopark-vogelherd.de

Geführte Touren sowie Rad- und Wanderwege zu den Höhlen der Eiszeitkunst finden sie auch unter www.tourismus.alb-donau-kreis.de

 

Previous post

Die EKRA Vielfalt außerhalb des Standards – innovative Drucklösungen mit Potenzial für mehr

Next post

Onlinetool- und Kommunikation Eigenmarke Traumschlaf - Nackenstuetzkissen, damit der Kopf auch gut schlaeft

No Comment

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*