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Auf ein Neues – Uwe Morgenstern

In Sonnenbühl endet turnusmäßig am 12. November die 8 jährige Amtszeit von Bürgermeister Uwe Morgenstern. Bis 16. Oktober können noch Bewerbungen für diesen Posten eingehen. Auch Uwe Morgenstern tritt zu dieser Wahl noch einmal an. Wir vom Pfullinger Journal haben Uwe Morgenstern zur Vergangenheit und zur Zukunft von Sonnenbühl befragt.

Journal: Auf der Fahrt ins Sonnenbühler Rathaus haben wir viele Wahlplakaten zur Bundestagswahl gesehen, aber keine Wahlplakate zur Bürgermeisterwahl. Ist die Wahl eines Bürgermeisters weniger wichtig als die eines Bundestagsabgeordneten?

BM Morgenstern: So kann man das nicht sagen. Es ist sehr wichtig, wer Deutschland in Berlin vertritt, für den Alltag vor Ort sind der Bürgermeister mit der gesamten Rathausmannschaft und der Gemeinderat genauso wichtig. Die Städte und Gemeinden sind der Ort der Wirklichkeit.

Journal: Warum machen Sie bisher keinen Wahlkampf?

BM Morgenstern: Die Bewerbungsfrist für den Sonnenbühler Rathauschef oder die Chefin ist noch nicht abgelaufen. Es wird eine öffentliche Kandidatenvorstellung geben, bei der ich natürlich dabei bin. Außerdem habe ich Freunde aus der Sonnenbühler Bürgerschaft, die mich unterstützen. Im Übrigen kann jeder unserer Einwohner beurteilen, was wir in den vergangenen 8 Jahren gemeinsam geschaffen haben und ich werde darstellen, wo in den nächsten 8 Jahren aus meiner Sicht die Schwerpunkte liegen.

Journal: Sprechen wir zuerst einmal über die Vergangenheit, was waren ihre Ziele und was konnten sie verwirklichen?

BM Morgenstern: Ich möchte daran erinnern, dass Sonnenbühl im Jahr 1975 im Rahmen einer Verwaltungsreform aus den früher vier selbstständigen Gemeinden Erpfingen, Genkingen, Undingen und Willmandingen entstanden ist. Mein Ziel war und ist es, die Identität der einzelnen Ortsteile zu wahren als Voraussetzung für die Begegnung auf Augenhöhe in einem gemeinsamen Sonnenbühl. Hier sind wir auf einem sehr guten Weg. Ich darf das an drei Beispielen verdeutlichen. Zum einen: Wenn man heute einen unserer Bürger außerhalb des Ortes fragt, wo er denn herkomme, hört man zunehmend nicht mehr, er komme aus diesem oder jenem Ortsteil, sondern er sagt: Ich bin Sonnenbühler. Zum Zweiten: Ich bin in Undingen, aufgewachsen und seit jeher auch in Sonnenbühler Vereinen aktiv. Bei der Wahl vor 8 Jahren mag sich die Eine oder der Andere etwas schwer getan haben einen Einheimischen aus einem Ortsteil zu wählen. Durch ortsteilübergreifende Strukturen sehe ich die Identifikation mit der Gemeinde Sonnenbühl als deutlich gestärkt und freue mich sehr darüber.

Zum dritten verstärkt sich die Zusammenarbeit der Vereine. Jeder Ortsteil hat seine eigenen Vereine und die soll er auch behalten. Wenn es aber mitgliedermäßig eng wird oder zur Leistungssteigerung beiträgt, dann arbeiten die Vereinsmitglieder aus den verschiedenen Ortsteilen gut zusammen.

Journal: Haben sie noch weitere Beispiele aus der Vergangenheit.

BM Morgenstern: Wir haben große Fortschritte gemacht in der Kleinkindbetreuung, in der Jugendarbeit und in Sonnenbühl die Schulsozialarbeit eingeführt. Wir haben Bauplätze für Wohnungen und Gewerbe geschaffen, soweit dies mit der Regionalplanung und den örtlichen Grundstücksverhältnissen vereinbar war. Verschiedene wichtige Baumaßnahmen wurden realisiert. Ich möchte hier nur stichwortmäßig den Neubau der Sporthalle Sonnenbühl, umfangreiche Umbauarbeiten an unseren Kindertagesstätten, die Aussegnungshalle in Erpfingen oder die Sanierung der Brühlhalle erwähnen.

Wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur wurden durchgeführt wie z.B. der Neubau des Trinkwasser-Hochbehälters Bettburg, verschiedene Straßensanierungen und – kaum sichtbar aber sehr wichtig – die laufende Sanierung von Abwasserkanälen. Wir haben ein Klimaschutzkonzept erarbeitet und z.B. durch die komplette Umstellung der Straßenbeleuchtung auf die energiesparende LED-Technik schrittweise umgesetzt. Auch der Tourismus hat sich erfreulich entwickelt. Ich möchte an der Stelle nur unsere Auszeichnung als familienfreundliche Gemeinde erwähnen, den Sonnenalb-Express, den Qualitätswanderweg Grenzgänger sowie die Bären- und Nebelhöhle, als Teil des von der UNESCO anerkannten GEO-Parks.

Journal: Der Haushaltsplan der Gemeinde Sonnenbühl weist aber einen jährlichen Zuschuss von circa 200.000 Euro für den Fremdenverkehr aus.

BM Morgenstern: Das ist richtig. Gemäß einer vor kurzem im Gemeinderat vorgestellten Studie gaben Urlaubs- und Tagesgäste im Jahr 2016 in Sonnenbühl rund 18 Mio. Euro aus. Davon profitieren aber nicht nur Gastronomie und Übernachtungsbetriebe, Einzelhandel, Dienstleister und Handwerksbetriebe. Durch indirekte Steuereinnahmen verbleibt auch bei der Gemeinde immer noch ein Plus. Im Übrigen trägt der Tourismus zur Infrastruktur wie z.B. Gastronomie, Einzelhandel, Wanderwege, Loipen bei und leistet somit auch einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität unserer Bürgerschaft.

Journal: Kommen wir zur geplanten Zukunft.

BM Morgenstern: Man ist nie wirklich fertig, die Aufgaben einer Gemeinde wachsen ständig. Ich verweise etwa auf die Herausforderungen Digitalisierung, Flüchtlingsintegration, Inklusion, Umgang mit erneuerbaren Energien und den demografischen Wandel. Wir arbeiten aktuell zum Beispiel an einer Verbesserung der Glasfaserinfrastruktur und, im Rahmen des Landessanierungsprogrammes in Willmandingen, an der Realisierung einer Seniorenwohnanlage.

Journal: Letzte Frage: Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat?

BM Morgenstern: Gut. Natürlich gibt es auch mal unterschiedliche Ansichten. Dies gehört zu einer Demokratie. Entscheidend ist der Umgang miteinander. Durch eine nachhaltige Haushaltsführung ist es uns gemeinsam gelungen, dass die Gemeinde Sonnenbühl finanzielle Spielräume hat um in die Zukunft zu investieren.

Journal: Danke für das Gespräch und wir wünschen Ihnen alles Gute für eine neue Amtszeit.

 

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