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Krauth+Timmermann Elektrostimulation. Workshop- Wie Strom therapiert und trainiert

Wirkungsweisen TENS, EMS und Mentastim. Wem kann geholfen werden?

Strom für Selbstheilung und Therapie, Elektroden sogar zur Fitness nutzen? Viele von uns kennen leider schmerzhafte Zustände an Gelenken und Muskeln, die uns, wenn auch nicht unbedingt bewegungsunfähig, doch zumindest bewegungsunwillig machen können. Oft genug wird zu Tabletten gegriffen, die zwar Linderung verschaffen, deren Nebenwirkungen aber wieder neue Probleme bringen. Dass es auch andere Möglichkeiten gibt, Schmerzen und Kraftlosigkeit zu begegnen, die ohne Nebenwirkungen sehr flexibel und gezielt einsetzbar sind, beleuchtet ein Informationsabend zur Elektrotherapie mit der Möglichkeit zum Ausprobieren.

Viele Menschen haben schon die positiven Wirkungen einer Reizstrombehandlung beim Arzt erfahren. Strom als Untersuchungs- und therapeutische Maßnahme ist in der Medizin schon lange in Anwendung. Bekannt wurde dadurch das kleine TENS-Gerät (trans-kutane elektrische Nervenstimulation). Am Schmerzort angebrachte Elektroden überspielen durch gleichmäßige oder pulsierende sanfte Reize am Nerv das Schmerzempfinden des Patienten, fördern Durchblutung und Muskelentspannung und regen so das Selbstheilungspotential des Körpers an. Die angenehme Therapie funktioniert nebenwirkungsfrei, lediglich Menschen mit Herzschrittmachern, implantierten Insulinpumpen, Schwangere und Epilepsie-Patienten sollten sie nicht anwenden. Für alle anderen lohnt sich der Versuch, ob sich mit TENS der Schmerz schonend senken lässt und vielleicht dadurch mit weniger oder keinen Pharmazeutika ausgekommen werden kann.

Die Wissenschaft hat die Möglichkeit der Elektrotherapie in den vergangenen Jahren eingehend untersucht und zahlreiche weitere Anwendungsfelder wurden und werden weiterhin entwickelt. In der Physiotherapie ist die Stromanwendung nicht nur für die Schmerztherapie interessant. Die Erkenntnis, dass alle Wahrnehmungs- und Bewegungsprozesse letztendlich durch Stromreize über die Nervenbahnen gesteuert werden, lässt die aktive Bewegungs-Therapie gezielt unterstützen. Es werden geschwächte Nerven von außen über Stromimpulse stimuliert und können so im Idealfall ihr verlorenes Potential wieder zurückgewinnen und dazu weitere gesunde Nervenreserven aktivieren. Vor allem die Nutzung der eigenen Vorstellungskraft eröffnet mit Stromunterstützung neue Dimensionen.

Kraftgewinn durch mentales Training und gezielte Muskelstimulation direkt am geschwächten Muskel bringen EMS-Geräte. Variationen sind Mentastim Geräte und das derzeit moderne EMS-Training, das Anwendung in der Trainingswelt gefunden hat. EMS, also elektrische Muskelstimulation trainiert die Muskeln äußerst schonend. Beispielsweise nach einer Nervenverletzung oder nach längerer Ruhigstellung kann durch Stromimpulse der Weg zur eigenen Ansteuerung der funktionsgestörten Muskulatur leichter wiedergefunden und die ersten Eigenübungen direkt unterstützt werden. Über die Stimulation wird die gesamte Muskulatur sehr gezielt trainiert. Durch den elektrischen Impuls können 100% der Muskelfasern angesprochen werden, mehr als unser Gehirn allein über den gewohnten Bewegungsauftrag aktivieren kann.

Das neue Mentastim Gerät für am Nervensystem beeinträchtigte Menschen unterstützt die Nervenaktivität im Gehirn gezielt durch kurze Verzögerungen der elektronisch gesteuerten Reize am Muskel. Erst nach einer sehr hohen Konzentrationsleistung und mentaler Stimulation wird eine Verstärkung der kleinsten eigenen Aktivitäten, das das Gerät über die Haut bereits wahrnehmen kann, erlangt. Die Patienten erleben weniger Beeinträchtigungen durch ihre Lähmungen und werden dadurch wieder zum Eigentraining motiviert.

Die TENS, EMS und Mentastim Geräte sind für das Training zu Hause gedacht und werden von den Krankenkassen nach einer therapeutischen Anleitung an die Patienten verliehen. Gezielte Nutzungsanwendungen können von Physiotherapeuten in der Therapie empfohlen werden. Darüber hinaus kann ein EMS-Training mit einem persönlichen Trainer in verschiedenen Praxen oder Fitnessstudios angeboten werden. Das Feld der Anwendungsmöglichkeiten der Elektrotherapie ist also groß.

Zum Vortrag luden die Praxis PHYSIO Bittner-Wysk in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsforum. Am Workshop und zur Diskussion standen die Referenten- die Physoptherapeuten Veronika Bittner Wysk, Jochen Zenger und die beiden Fachberater für Elektrotherapie Patrick Pracht und Thorsten Bechtel von Krauth+Timmermann – Rede und Antwort.

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1 Comment

  1. Ivana
    12. November 2017 at 13:33 — Antworten

    Mir war bei Kniebeschwerden auch der Einsatz eines TENS-Gerätes vom Orthopäden angeraten worden, habe mir also eines besorgt und es benützt bis die Beschwerden wieder abklangen.
    Ob die Beschwerden auch ohne TENS-Gerät genauso schnell verschwunden wären kann ich nicht sagen. Möglich wärs durchaus.

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